
Auch in diesem Jahr machten sich wieder fünf Mitglieder der Wild Boots auf den Weg zum
Internationalen Line Dance Wochenende nach Pullman City. Vom 18. bis 20. September hieß es:
Cowboys und Cowgirls, Western-Atmosphäre, jede Menge Line Dance und natürlich viel Spaß.
Eine Teilnehmerin war bereits tagsüber angereist und erwartete die restlichen vier Wild Boots gegen 18:15 Uhr in der Ferienwohnung – mit Sekt und Lachs-Häppchen. Das nennen wir mal Begrüßung! Nach der kleinen Stärkung wurden die Zimmer bezogen und dann ging es auch schon los in Richtung Westernstadt.
In der Barn fand am Freitagabend die erste Line Dance Party des Wochenendes statt. Hier konnten wir bereits bei vielen Tänzen mittanzen und uns ordentlich einstimmen. Dabei ergab sich auch die Gelegenheit, schon einmal auf Tuchfühlung mit den Stargästen des Wochenendes, Marlon & Romain, zu gehen.
Irgendwann ging auch der schönste Partyabend zu Ende und wir kehrten in unsere Ferienwohnung zurück. Doch an Schlaf war offenbar noch nicht zu denken: Ruckzuck waren Tisch und Teppich im Wohnzimmer zur Seite geräumt und die Tanzfläche war eröffnet. Ein paar Tänzchen mussten einfach noch sein.
Am Samstagmorgen ging es wieder in die Barn zur Tanzvorschau. Hier stellten die verschiedenen Trainer ihre Tänze vor. Die Musik wurde angespielt, die Schritte wurden kurz gezeigt und jeder Tanz bekam eine Schwierigkeitsstufe. So konnte man sich überlegen, welche Workshops man im Laufe des Tages besuchen wollte.
Bei traumhaftem Wetter und einigen einfachen, eingängigen Tänzen fiel die Entscheidung schnell: Wir wollten raus in die Hudson Bay.
Es gab gleich drei verschiedene Locations für die Workshops: die große Tanzfläche in
der Barn, die Music Hall im Saloon und die kleine Open-Air-Bühne in der Hudson Bay. Letztere hat allerdings einen kleinen Haken: Während wir beim Training in der Turnhalle einen schönen ebenen Hallenboden und ausreichend Platz haben, ist die Hudson Bay eine ganz andere Herausforderung. Entweder man ergattert einen Platz direkt vor der Bühne und steht dann gefühlt mit den Nachbarn auf Tuchfühlung – oder man sucht sich einen erhöhten Platz am Hang. Der Untergrund besteht aus Staub, Steinen und Wurzeln. Line Dance unter erschwerten Bedingungen sozusagen.
Nach zwei Workshops stand dann das übliche Dilemma auf dem Programm: Wie geht es weiter?
Tanzen? Essen? Wenn ja, wo? Die Möglichkeiten sind zahlreich, die Zeit leider begrenzt.
Also erst einmal eine kleine Ruhepause im Mandan-Erdhaus, anschließend eine Stärkung im Saloon und danach wieder zurück in die Hudson Bay zum nächsten Workshop. Später ging es für eine Kaffeepause zurück in die Ferienwohnung. Gleichzeitig wurde die Gelegenheit genutzt, den diesjährigen Benefiztanz „Memo“ noch einmal zu üben. Sicher ist sicher!
Am späten Nachmittag ging es wieder zurück auf das Gelände. Jetzt stand der große Benefiztanz auf dem Programm. Unterhalb der Scheune sollten sich alle Teilnehmer in fünf Reihen aufstellen. Wir positionierten uns ziemlich weit vorne, direkt hinter den fünf Fahnenträgern, wo zunächst noch halbwegs Ordnung herrschte.
Bis allerdings alle 705 Line Dancer in Reih und Glied sortiert und die Reihen aufgefüllt waren, dauerte es eine Weile. Hinter uns wurde die Ungeduld schließlich so groß, dass eine Gruppe von Tänzern die Wartezeit kurzerhand mit Ballermann-Hits überbrückte.
Dann setzte sich die Parade endlich in Bewegung. Zu einem Western-Theme marschierten wir in die Main Street ein, wo bereits Hunderte Schaulustige mit gezückten Smartphones auf uns warteten.
Vorne angekommen hieß es zunächst wieder warten, bis auch die Tänzer aus den hinteren Reihen eingetroffen waren. Eine sechste Reihe wurde kurzerhand noch aufgemacht, damit wirklich alle Platz fanden.
Und dann kam der Moment, bei dem wir uns vorher gefragt hatten, wie das überhaupt funktionieren sollte: Dieser schnelle Tanz mit seinen Drehungen – und das auf engstem Raum mit hunderten Tänzern? Es funktionierte!
Nach einer kurzen Ansprache ging es los. Es wurde geshuffelt, gedreht und geklatscht – und tatsächlich blieben die meisten Füße dort, wo sie hingehörten. Die erste Runde war geschafft.
Drei Runden sollten es insgesamt werden. In der zweiten Runde kam nach etwa 30 Sekunden die überraschende Pause: Die Musik fiel aus. 705 Tänzer standen plötzlich etwas ratlos in der Main Street. Unsere erste Vermutung: Wir fangen wohl noch einmal von vorne an. Aber weit gefehlt. Die Musik setzte einfach mitten im Lied wieder ein! Also orientierten wir uns an den Trainern auf der Bühne – auch wenn diese ausgerechnet in der falschen Richtung gestartet waren. Aber auch das wurde gemeistert. Die dritte Runde war dann fast schon Routine.
Die drei Durchgänge dienten unter anderem dazu, die Teilnehmerzahl zu ermitteln. Insgesamt waren dieses Jahr 705 Line Dancer dabei – rund 150 mehr als im Vorjahr. Statt der eigentlich vorgesehenen Spende von einem Euro pro Tänzer legte Pullman City noch ordentlich etwas drauf und spendete insgesamt 2.600 Euro an die Kinderkrebshilfe.
Nach diesem Großereignis ging es zurück in die Ferienwohnung zum Abendessen. Ein kleines Problem musste dabei allerdings noch gelöst werden: Das Salat-Dressing war vergessen worden. Eine Nachfrage in der Nachbarschaft brachte eine überraschende Antwort: „Warum essen? Wir haben nur Bier.“
Also wurde improvisiert. Pasta mit verschiedenen Pestos und dazu Gurken und Tomaten als gesunder Snack – einfach, lecker und genau das Richtige nach einem langen Tanztag.
Am Abend ging es wieder auf das Pullman-City-Gelände. In der Barn wartete ab 20:30 Uhr das Showprogramm mit den „Jungen Wilden“ und natürlich den Stargästen Marlon & Romain. Für uns war diesmal allerdings weniger Tanzbares dabei. Deshalb zogen wir weiter in den Saloon, gönnten uns ein paar Drinks und natürlich auch das eine oder andere Tänzchen zur Live Musik.
Anschließend wurde noch ein wenig das Alternativprogramm erkundet: In der Pina Bar war Disco angesagt – lockeres Abzappeln. Und „Glass of Wine“ passt schließlich fast immer.
Am Sonntag hieß es zunächst: Packen, frühstücken, auschecken und wieder ab in die Westernstadt. In der Barn gab es noch einmal eine Tanzvorschau.
Der Sonntag hat dabei einen entscheidenden Vorteil: Viele Vereine mit längerer Anreise machen sich bereits am Vormittag auf den Heimweg. Dadurch wird es auf dem Gelände deutlich leerer – und für uns gab es entsprechend mehr Platz zum Tanzen.
Die letzten Workshops standen an. Zunächst ging es mit Marlon & Romain in die Scheune,
anschließend in den Saloon. Auch der letzte der Workshops „Something Good“ mit Kerstin machte noch einmal richtig Spaß.
Zwischendurch blieb Zeit, das komplette Gelände zu erkunden. Vorbei am Wasserspielteich, am Niedrigseilgarten und durch den Authentik-Bereich wurde noch einmal das besondere Flair von Pullman City genossen. Denn genau das macht dieses Wochenende aus: So viele Cowboys und Cowgirls, dazu die Westernstadt, die Musik und überall Line Dancer – man taucht für ein Wochenende komplett in eine andere Welt ein.
Nach der Wild West Show um 13:30 Uhr blieb noch Zeit für ein wenig Shopping und eine Pizza beim Italiener. Danach hieß es endgültig Abschied nehmen und die Heimfahrt antreten.
Drei Tage voller Musik, Tanz, Western-Feeling, Staub, Steinen, Wurzeln, Workshops, Shows und jeder Menge Spaß lagen hinter uns.
Für die fünf Wild Boots war es wieder ein ganz besonderes Erlebnis – und eines steht fest: Wir kommen wieder!
Vielen Dank an Anja für den Bericht – unterstützt durch a bisserl KI